Vision 2020
Vorbemerkung
Das vorliegende Papier dient zeka als richtungsweisende Grundlage für die Weiterentwicklung des Unternehmens zeka in den kommenden 10 Jahren. Es basiert
• auf der bestehenden (in den kommenden Jahren zu überarbeitetenden) Stiftungsurkunde vom 20. März 1974
• auf dem bestehenden (in den kommenden Jahren zu überarbeitetenden) Leitbild vom 13. März 2003
• auf den entsprechenden, vom ASR genehmigten Grundlagen für die Vision 2020 vom 01. Juli 2009
Klientinnen und Klienten von zeka
zeka richtet all sein Handeln und all seine Dienstleistungen auf die Bedürfnisse und Anliegen ihrer Klientinnen und Klienten aus. Klientinnen und Klienten von zeka sind Menschen, die auf Grund von Beeinträchtigungen primär körperlicher, zum Teil zusätzlich sprachlicher, sensorischer, geistiger, psychischer oder sozialer Art so stark benachteiligt sind, dass ihre Teilnahme an Bildung, am Erwerbsleben oder in der Gesellschaft erschwert oder verunmöglicht ist.
Die Altersspanne der Klientinnen und Klienten reicht von der Geburt bis zum Erreichen des Rentenalters der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV). Bewohnerinnen und Bewohner, die bereits vor dem Erreichen dieses Alters Klientinnen oder Klienten von zeka waren, können ihre Klientenschaft auch im AHV-Alter aufrecht erhalten.
Das Einzugsgebiet der Klientinnen und Klienten konzentriert sich primär auf den Lebensraum der Region Aargau.
Dienstleistungen von zeka
Die klientenorientierten Dienstleistungen richten sich primär nach der Betreuungsgesetzgebung bzw. den entsprechenden Verordnungen des Kantons Aargau. Sie umfassen aktuell
• Schul- und Wohnangebote sowie diverse ambulante Abklärungs-, Beratungs-, Begleitungs- und
Therapieangebote für Kinder und Jugendliche
• Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsangebote für erwachsene Menschen
Wir prüfen und unterstützen neue, weiterführende, unseren Klienten dienende Projekte und Angebote. Dabei richten wir den Fokus konsequent auf grösstmögliche Partizipation und auf das Normalisierungsprinzip sowie auf den Grundsatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ aus.
Im Vordergrund stehen:
• die Weiterentwicklung der Dienstleistungsangebote für erwachsene Menschen, insbesondere die Schaffung
zusätzlicher, auch niederschwelliger Wohnangebote und Assistenzleistungen sowie Angebote zur Förderung der
beruflichen (Re-)Integration
• die flächendeckende Sicherstellung der Dienstleistungsangebote im Kinder- und Jugendbereich für die gesamte
Region Aargau, insbesondere die Versorgung mit integrativen/ambulanten Angeboten sowie die Konsolidierung
der stationären Angebote inklusive Sicherstellung zweckmässiger Infrastrukturen und adäquater
Zuweisungsverfahren
Die kundenorientierten Dienstleistungen richten sich an externe, aber auch interne Dienstleistungsempfängerinnen und
-empfänger von zeka, welche nicht zum Kreis der Klientinnen/Klienten gehören. Diese Kundendienstleistungen sind abhängig von den Marktgegebenheiten.
Im Vordergrund stehen:
• der Aufbau von Kundendienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Büro-/Verwaltung sowie Gastronomie
• die Prüfung von klientenorientierten Produkten, welche – mindestens kostendeckende Preisgestaltung
vorausgesetzt – auch anderweitig finanzierender Kundschaft zur Verfügung gestellt werden können/sollen.
Insbesondere klären wir ab, in wie weit solche Angebote zu einer verbesserten Qualität bei klientenorientierten
Angeboten führen könnten (z.B. durch „grössere Mengen <> höhere Professionalität“ oder „Kontakte/ Integration
Klientinnen/Klienten <> Kundinnen/Kunden“)
Werthaltungen, Image und Qualität
Das Leitbild aus den Jahren 1996/2003 ist breit abgestützt, gut verankert und anerkannt. Die in diesem Leitbild zum Ausdruck gebrachten Werthaltungen gilt es zu bewahren. Kontinuität wirkt in diesem Bereich als Qualitätsfaktor. Bei einer fälligen Ueberarbeitung des Leitbildes berücksichtigen wir aktuelle Weiterentwicklungen (z.B. Philosophie von ICF). Spezielles Augenmerk widmen wir dem Normalisierungsprinzip. Der Wertschätzung gegenüber unserer wichtigsten Ressource, motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeitenden, schenken wir auch in Zukunft die nötige Beachtung.
Die grossen Anstrengungen der vergangenen Jahre im Bereich der Imagepflege und der stetigen Qualitätsentwicklung werden fortgesetzt bzw. noch verstärkt. Dabei achten wir insbesondere auf folgende Ziele:
• In Bezug auf Dienstleistungen für Klienten gehören wir schweizweit zu den beachteten, führenden und
standardsetzenden Unternehmen im Behindertenbereich.
• In Bezug auf Kompetenzen steht zeka in allen Disziplinen für zeitgemässes Wissen und Handeln. Spezielles
Merkmal der zeka-Kompetenzen ist die Vernetzung dieser einzelnen Fachkompetenzen im Rahmen der unter-
nehmensweiten interdisziplinären Zusammenarbeit: Dem Dienstleistungsverständnis liegt ein ganzheitliches Denken
zu Grunde.
Organisation und Führung
In Bezug auf Organisation erscheinen wir als mögliches Vorbild für eine nachhaltige und klare Führungskultur. Die Struktur entspricht einer transparenten, übersichtlichen und – so weit als zweckmässig erachtet – konsequent durchgestalteten Matrix- und Prozessorganisation, welche das Weisungsrecht und die entsprechende Verantwortung jederzeit klar in der Linie belässt. Das Qualitätsmanagement richtet sich konsequent auf den Klienten- bzw. Kundennutzen aus. Strukturen und Kompetenzen orientieren sich an den entsprechenden Aufgabenstellungen.
Finanzen und Infrastrukturen
In Bezug auf Finanzen machen wir unseren sorgfältigen Umgang mit den Mitteln gegenüber der „Innenwelt“ bewusst und gegenüber der „Aussenwelt“ transparent. Unsere wichtigsten finanziellen Erträge stammen von der öffentlichen Hand, aus Erträgen von Kundendienstleistungen oder aus Spendengeldern. Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber unseren Finanzquellen wahr.
Die Kosten für kundenorientierte Dienstleistungen müssen durch entsprechende Erlöse/Erträge gedeckt sein bzw. der Break even muss in vertretbarer Zeit erreicht werden können. Spendengelder werden ausschliesslich für klientenorientierte Dienstleistungen eingesetzt, welche sich nicht über Leistungsverträge mit der öffentlichen Hand oder anderweitige Finanzierungsquellen realisieren lassen.
Das weiter zu entwickelnde professionelle Finanzmanagement stellt Kostenstellen-, Kostenträger- und Vollkostenrechnung sicher. Zweckmässige Businesspläne und Controllinginstrumente erlauben den Führungsgremien und Mitarbeitenden eine verantwortungsvolle und zielorientierte Steuerung des Betriebes.
Die Infrastrukturen tragen mit ihrem Erscheinungsbild stark zur Identität von zeka bei. Im Vordergrund stehen dabei die Zweckmässigkeit, die Betriebssicherheit und das gepflegte Erscheinungsbild. Eine hochwertige Architektur folgt dem Zweck und bringt gleichzeitig das Kultur- und langfristige Kostenbewusstsein von zeka zum Ausdruck. Wir achten darauf, dass heute zu erstellende Bauten morgen vielleicht anderen Zwecken zu dienen haben. Im Sinne der Flexibilität suchen wir Mietlösungen dort, wo die Nutzung und die vorhandenen Infrastrukturen dies erlauben. Bauten, welche spezifischen zusätzlichen Anforderungen genügen müssen, erstellen wir selbst oder lassen sie durch Investoren für uns erstellen.
Kooperationen und Fusionen
zeka sucht aktiv Kooperationen mit Unternehmen und Organisationen innerhalb und ausserhalb der Branche. Dazu gehören auch das Engagement in entsprechenden Verbänden und Gremien sowie die Zusammenarbeit mit Ausbildungsinstitutionen. Angebote sollen – immer im Interesse der Klientinnen und Klienten – möglichst aufeinander abgestimmt sein und für diese ein umfassendes Angebot auf professioneller Basis sicher stellen.
Fusionen werden dann geprüft, wenn dadurch Klientenbedürfnisse noch besser abgedeckt werden können und/oder betriebliche und/oder wirtschaftliche Gründe für ein Zusammengehen sprechen. Spezielle Beachtung schenken wir bei der Prüfung einer Fusion dem Stiftungszweck sowie den zweckgebundenen Fondsmitteln.
August 2010