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Arbeiten aus dem Bildnerischen Gestalten der Oberstufe


30.06.2020

Selbstporträt: Eine Möglichkeit, sich differenziert wahrzunehmen

Der Spiegel zeigt uns unser Bild, jeden Tag, wenn wir uns zurechtmachen. Selfies kommen dazu. Wir setzen uns von der besten Seite ins Bild und sind sehr darauf bedacht, unsere Schokoladeseite zu zeigen. Aber sehen uns andere so, wie wir uns selbst sehen?

Ob flüchtig oder länger betrachtet, besondere Merkmale fallen ins Auge. Die kleine feine Nase, grosse Kulleraugen, ein Schönheitsfleck, runde Wangen, volle Lippen, ein Schlafblick, die hohe Stirn... Sommersprossen. Wir sind einmalig.

Wohl alle Künstlerinnen und Künstler haben sich mit ihrem Selbstbild beschäftigt. Und das wollten wir im Bildnerischen Gestalten ebenso tun. Das Bild von sich selbst: in schnellen Skizzen, mit flüchtigem Blick, ohne Radiergummi. Alle Striche stehen lassen, und damit die Suche nach der Form aufzeigen.

Zeichnen ist eine Abfolge von Linien, die zu Formen finden, sich im stimmigen Abstand zueinander verhalten. Oder es ist eine fortgesetzte ununterbrochene Linie, die kreuzt und quert und erst aufhört, wenn das Gesamtbild aus dem vermeintlichen ‚Chrüsimüsi‘ auftaucht. So, wie wir es zum Beispiel sehen auf den Selbstbildnissen von Alberto Giacometti.

Ich selbst aus der Erinnerung. Ich selbst ab einem Foto oder ich selbst im Spiegel betrachtet. Ich selbst mit Bleistift gezeichnet. Mit Schnur mein Selbstbildnis auf einen Druckstock ‚gezeichnet‘ (geklebt), um danach das Drucken zu üben. Auf einen Karton in nasser Farbe gekratzt. Mit Ton mein Porträt dreidimensional erfasst. Eine Fülle von Arbeiten. Und das Sichtbarwerden von immer grösserer Vertrautheit, mit den Linien und Formen im eigenen Gesicht umzugehen. Die Striche in richtiger Neigung anzubringen und Formverläufe genau aufzuzeichnen, erfordert hohe Konzentration. Es wird zum Zusammenspiel von Augen und Händen.

Räume und Zwischenräume zu sehen und deren Nebeneinander mit den Abständen auf einem Blatt festzuhalten, bedarf aufmerksames, langes Üben. Die Dinge aufs Blatt zu kriegen, die ich sehe, und nicht wie ich weiss, dass sie sind, ist ein weiterer wesentlicher Schritt des Gelingens. Zeichnen ist ein achtsames Fokussieren und waches Sehenlernen.

Das Üben trug Früchte. Es lohnt sich dranzubleiben. Entstanden ist eine Fülle an Arbeiten aus dem Bildnerischen Gestalten der Oberstufe von Sabine Di Gioia, Gaby Römer und Theresa Höfliger.
 

Text: Theresa Höfliger
Fotos: Melanie Kull


Selbstporträts - Bildnerisches Gestalten Oberstufe

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