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Von Polarstürmen und Badehosenskiwetter


03.04.2018

Vom 11. bis zum 16. März erlebten 33 Jugendliche der beiden Schulen von zeka zusammen mit ihren Begleitpersonen so manche Facette, die das Wetter in den Bergen bereithalten kann: Sonne, Regen, Schnee, arktische Kälte, aber auch die Kraft der Frühlingssonne – kurz: das volle Programm!

Im Schuljahr 20017/18 fanden die Oberstufenlager der beiden Schulen in geändertem Modus statt: Die Jugendlichen hatten die Wahl zwischen einem Herbst- und einem Winterlager. Über das Herbstlager berichteten wir hier. Erstmals reisten nun beide Schulen gemeinsam ins Schneelager an die Lenk BE. Gegen Abend trafen Jugendliche und Mitarbeitende mit dem Car im Kuspo Lenk ein, wo sie von der Vorausgruppe erwartet wurden. Zwölf Mitarbeitende waren bereits am Samstag angereist und absolvierten eine zweitägige Ski- und Dualskischulung bei drei Skilehrern von Active Motion, die sich auf Schneesport für Menschen mit Beeinträchtigungen spezialisiert haben.

Nach dem Abendessen waren endlich die Zimmer zum Bezug bereit und konnten von den Jugendlichen ‚in Beschlag‘ genommen werden. Viele kannten die Unterkunft bereits aus früheren Jahren, sodass sich das ganz normale Chaos in tolerierbaren Grenzen hielt.

Von Montag bis Donnerstag stand Schneesport auf dem Programm: Ski- und Snowbardfahren, Langlaufen, Schlitteln und – für Jugendliche im Rollstuhl oder starken motorischen Einschränkungen – Dualskifahren. Schon nach kurzer Zeit hatten sich die Jugendlichen an ihre Sportgeräte gewöhnt. Wer bereits Erfahrung hatte, flitzte bald über die prächtig präparierten, fast leeren Pisten und verfeinerte sein Können unter Anleitung von Mitarbeitenden oder der Skilehrer. Beeindruckend viele Schülerinnen und Schüler wagten sich jedoch auch an neue Sportarten, versuchten sich auf dem Snowboard oder auf Skiern. Einige machten erste Geh- und Gleitversuche auf der Langlaufloipe – wobei die Loipe an zwei Tagen kaum grosse Dienste leisten konnte, denn Schneefall und polarsturmähnliche Winde verwehten die Spur bis zur Unkenntlichkeit. Das garstige Wetter tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch – ganz im Gegenteil, es schweisste die Gruppen zusammen und sorgte für viele Heldengeschichten, von denen die eine oder andere am Abend beim Erzählen etwas übertrieben blumig geschildert worden sein dürfte…

Bilderbuchwetter dann am Mittwoch! Stahlblauer Himmel, kaum ein Wölkchen zu sehen, Sonne vom frühen Morgen bis am Abend – und der Schnee… ganz einfach zauberhaft! Und warm, sehr sehr warm! Nebst dem Schweiss floss ab Mittag auch der Schnee in Strömen. Dennoch: Alle genossen voll und ganz. Weil Mittwoch der dritte Lagertag war, beendeten wir das Sportprogramm bereits am frühen Nachmittag. Schliesslich stand ein ganz besonderer Event auf dem Programm: Marsch von der Talstation Wallegg hoch zum Bergrestaurant Walleg-Stube. Die Stimmung in der Gaststube hätte wohl kaum besser sein können, schliesslich waren die Fussgänger zurecht stolz auf ihre Hoch-den-Berg-Wanderleistung und die Rollstuhlfahrer konnten ihre Geräte mal so richtig im Gelände testen: Asphaltstrasse, teilweise schneebedeckt. Mit vereinten Kräften gelangten alle in die Gaststube, wo feines Fondue serviert wurde. Mit dem Eindunkeln ging’s wieder zu Fuss zurück. Unterwegs erwarteten uns vier Pferdewagen, welche die Gruppe auf einer knapp einstündigen Tour zurück ins Kuspo fuhren.

Der Donnerstag beeindruckte wettermässig nochmals. Zwar nicht mit Sonne und blauem Himmel, dafür mit einem unerwartet heftigen Fönsturm. Die Fahrt mit der Gondelbahn dauerte plötzlich statt 10 Minunten eine dreiviertel Stunde. Immer wieder mussten die Gondeln angehalten werden, weil der starke Wind sie an die Masten zu drücken drohte. Da half nur, sich in Geduld zu üben und sich den Naturgewalten zu beugen. In grossen Teilen des Skigebiets Betelberg wurde der Betrieb eingestellt, sodass das traditionelle Skirennen zum Berghaus Stoss verlegt werden musste. Kein Problem für unsere erfahrenen Skilehrer! Innert kürzester Zeit hatten sie alles umorganisiert. So konnten die beiden Läufe des Differenzrennens doch noch durchgeführt werden. Ob’s am neuen Renngelände lag? Jedenfalls zeigten die Jugendlichen hervorragende Leistungen. Die Sieger trennten bloss wenige Hundertstelsekunden…

Am Freitagvormittag mussten Kleider sortiert, die eigenen Siebensachen zusammengesucht und möglichst in die richtigen Taschen und Koffer verstaut werden. Ob mit Erfolg? Das müssen Sie, liebe Eltern, wohl selber beurteilen…

Am späteren Nachmittag waren alle wieder zuhause – müde zwar, aber wohlbehalten und, am allerwichtigsten, ohne Unfall!

Wiederum haben erst verschiedene Spenden dieses Lager ermöglicht: Einzelpersonen sowie die Firma Demuth AG Baden-Dättwil trugen mit ihren finanziellen Beiträgen zum Gelingen bei. zeka bedankt sich dafür an dieser Stellen nochmals herzlich. Sie haben damit Jugendlichen mit körperlichen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen eindrückliche und vermutlich unvergessliche Tage im Schnee möglich gemacht.

Ein weiteres und besonders herzliches Dankeschön richte ich an all die motivierten Mitarbeitenden, ohne deren riesigen Einsatz vom frühen Morgen bis in die späte Nacht ein Sportlager dieser Grössenordnung nicht umsetzbar wäre!

Text: Thomas Müller, Bereichsleiter Schule Baden
Bilder: Manuel Graber (www.helferchen.ch), Thomas Müller


Schneelager 2018

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